Kürzlich wollte ich wissen, was ein lokaler Verein so treibt. Die Website verwies mich freundlich auf Instagram. Die E-Mail-Signatur auch. Also Instagram.
Ich habe kein Instagram.
Denn ich gehöre zu jener aussterbenden Spezies, die glaubt, dass „Werbung“ ohne Login existieren sollte. Offenbar ein Irrtum. Denn nach drei Klicks steht man vor einer Anmeldemaske. Dahinter, so versprach man, warteten „spannende Einblicke“ und „aktuelle Neuigkeiten“.
Ich habe sie nie gesehen.
Und selbst wenn ich einen Account hätte: Ich saß am PC. Während der Arbeit. Nicht auf dem WC, nicht beim Warten auf den Zug. Instagram am Desktop ist ungefähr so vergnüglich wie ein PDF auf dem Smartphone. Die Plattform will mich am Handy, im Liegen, im Scrollen. Sie will mich nicht am Schreibtisch, wo ich tatsächlich etwas tun könnte – spenden, mitmachen, weitererzählen.
Für wen macht ihr das eigentlich? Eure Förderer sind über 50. Eure Ehrenamtlichen auch. Die Gemeinderätin, die euer Projekt unterstützen soll, scrollt nicht durch Reels auf der Suche nach tollen Projekten.
Der Verein investiert Stunden in Content, den ein Algorithmus vielleicht zeigt. Währenddessen veraltet die Website. Der Newsletter wurde eingestellt.
Likes sind sofortige Bestätigung. Aber Reichweite, die nur innerhalb einer App existiert, ist keine öffentliche Kommunikation. Sie ist ein Gespräch in einem geschlossenen Raum.
Ich suche offenen Zugang.




